VDP Versteigerung Bad Kreuznach

Historischer Höchstpreis für „100-Punkte-Wein“

Extreme Selektion ergibt extreme Konzentration. Die Trockenbeerenauslese 2015 von Gut Hermannsberg, geerntet von alten Rieslingreben in der Lage Kupfergrube, ist ein unfassbar großartiges Beispiel dafür. Weinkritiker Stephan Reinhardt hat sie für Robert Parker’s Wine Advocate degustiert und sie schlicht mit 100 Punkten bewertet.

Groß und wertvoll: Nie zuvor wurde ein derart unglaublich hohes Gebot wie für den 100-Punkte-Wein, die 2015er Kupfergrube TBA von Gut Hermannsberg bei der Versteigerung des VDP.Nahe erreicht.
Wahrlich überrascht: Kellermeister und Geschäftsführer Karsten Peter bei der VDP.Versteigerung in der Römerhalle, Bad Kreuznach

Die Höchstnote, die weltweit nur selten vergeben wird. Wer Reinhardt kennt, weiß, dass Süße allein nicht reicht. Er attestiert dem Wein bei aller Tiefe und Intensität, auch „göttliche Finesse und endlosen Abgang“ bei wunderbarer Präzision, Salzigkeit und Mineralität.

HISTORISCHER HÖCHSTPREIS

Nur unglaubliche 25 Liter Wein ergab im Herbst 2015 die Ernte der konzentriertesten aller Beeren. Eineinhalb Liter von der 236° Öchsle-Trockenbeerenauslese wurden in eine Magnumflasche gefüllt, der Rest in Halbflaschen aufgeteilt. Diese Magnum konnte am vergangenen Sonntag im Rahmen der traditionellen VDP Versteigerung erworben werden. Das Interesse war groß. Nach Ausrufung dieses Lots zogen die Gebote in Windeseile nach oben.

„10.600 Euro, Wahnsinn! Damit habe ich nicht gerechnet. Aber natürlich freut es mich sehr, dass dieser großartige Wein diese Wertschätzung erfährt und dass es Menschen gibt, die die enorme Arbeit und Qualitätsbemühungen, die hinter einer solchen Rarität stecken, zu honorieren wissen. Immerhin waren bis zu 20 Erntehelfer mehr als eine Woche damit beschäftigt, die einzelnen Beeren für diesen Wein zu selektieren, wahre Sisyphusarbeit.“ sagt Karsten Peter.

10.600 Euro war letztlich der Netto-Zuschlagpreis für diesen Ausnahmewein. Noch nie wurde bei der VDP.Versteigerung an der Nahe solch ein Preis erzielt.

Kupfergrube
Kupfergrube

Dass das Weingut und seine Lagen zu Großem berufen sind, haben schon Versteigerungen in den 60er und 70er Jahren bewiesen. Damals hieß das Weingut noch Königlich Preussische Weinbaudomäne, und die Spitzenweine wurden unter Domänendirektor Hermann Goedecke und seinem legendären Kellermeister Karl-Heinz Sattelmeyer vinifziert. Eine Rekordkonzentration von 308 Grad Öchsle bei einer Riesling TBA aus der Kupfergrube wurde im Jahrgang 1921 in die Geschichtsbücher des Gutes eingetragen.

Unter Kellermeister und Geschäftsführer Karsten Peter wurden die Weinberge des historischen Weingutes seit dessen Übernahme durch Christine Dinse und Jens Reidel im Jahr 2009 vorsichtig und sorgsam wieder in ihre Balance gebracht. Von Jahr zu Jahr steigerten sich Qualität und Individualität der Rieslinge aus den VDP.GROSSE LAGEN® des Gutes. Den Beweis liefert nicht nur die TBA 2015 aus der Kupfergrube.

Auf der rein nach Süden ausgerichteten VDP.GROSSEN.LAGE® Kupfergrube bewirtschaftet Gut Hermannsberg 12 Hektar. Die Steillage besteht aus vulkanischem Eruptivgestein, sogenanntem Melaphyr. Den Namen hat die Lage von einem ehemaligen Kupferbergwerk; in einer Vielzahl an Stunden wurde vor über 100 Jahren aus den schroffen Felswänden ein Weinberg angelegt. Die Riesling-Reben dort sind bis zu 70 Jahre alt. In dieser Top-Lage wird jährlich der Top-Wein des Gutes geerntet: das trockene VDP.GROSSE GEWAECHS Gut Hermannsberg Riesling Kupfergrube. Nur in Ausnahmejahren entstammen dieser Paradelage kleine Mengen an edelsüßen Raritäten.

ÜBER DIE VDP.VERSTEIGERUNGEN

Die VDP.Versteigerungen sind eine Institution für Weinkenner und Weinliebhaber bester deutscher Weine. Sie finden seit 1910 statt. Der Fokus der VDP.Versteigerungen liegt nicht nur auf den besten Partien des aktuellen Weinjahrgangs, auch Raritäten kommen alljährlich Mitte September an der Mosel und der Nahe, im Rheingau 2018 erstmals im Frühjahr, unter den Hammer. Die jeweiligen Auktionserlöse variieren stark, abhängig von der Flaschenanzahl und Flaschengröße des jeweiligen Lots. Die 2015er TBA Magnum von Gut Hermannsberg, für die am 17. September bei der Versteigerung in Bad Kreuznach bei 10600.- € (netto) der Hammer fiel, zählt definitiv zu den teuersten Weinen, die jemals versteigert wurden. www.vdp.de